{"id":100,"date":"2009-03-12T19:47:03","date_gmt":"2009-03-12T18:47:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.karin-weber.com\/?p=100"},"modified":"2018-05-16T16:22:56","modified_gmt":"2018-05-16T14:22:56","slug":"parasiten-bei-kaninchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.karin-weber.com\/?p=100","title":{"rendered":"Parasiten bei Kaninchen"},"content":{"rendered":"<h2>Kokzidiose bei Kaninchen<\/h2>\n<p>Die Kokzidiose geh\u00f6rt zu den bedeutendsten parasit\u00e4ren Erkrankungen des Kaninchens, da sie praktisch in jeder Haltungs- und Nutzungsform vorkommt. Kokzidien sind Einzeller, die in den Zellen der Darmschleimhaut (Darmkokzidiose) oder der Galleng\u00e4nge (Leberkokzidiose) schmarotzen. Die Parasiten entwickeln sich in einem mehrphasigen, komplizierten Zyklus, an dessen Ende sogenannte Oocysten mit dem Kot ausgeschieden werden. Diese reifen innerhalb von ein bis sechs Tagen in der Einstreu und werden dann als infektionst\u00fcchtige Stadien von den Tieren aufgenommen. F\u00fcr Jungtiere stellt das verschmutzte Ges\u00e4uge der H\u00e4sin eine gef\u00e4hrliche Infektionsquelle dar.<\/p>\n<h2>Darmkokzidiose<\/h2>\n<p>Viele Kaninchen sind mit den Erregern der Darmkokzidiose latent infiziert, das hei\u00dft sie scheiden die Erreger in gro\u00dfen Mengen aus, ohne selbst zu erkranken. Kommt es jedoch zu einer Belastung der Tiere durch Infektionen, Transportstress oder F\u00fctterungsfehler, bricht die Erkrankung aus.<\/p>\n<p>Bei geringgradigem Befall verl\u00e4uft die Erkrankung symptomlos. Sind aber ausgedehnte Darmschleimhautbezirke durch die Kokzidienbesiedlung entz\u00fcndet, kann die Nahrung nicht mehr richtig verdaut und ausgenutzt werden. Die erkrankten Tiere verlieren an Gewicht und leiden unter schleimigem bis blutigem Durchfall. Ist die Darmflora gesch\u00e4digt, k\u00f6nnen sich auch bakterielle Infektionen ausbreiten, die mit starker Gasbildung im Darm einhergehen. Jungtiere erkranken am schwersten. Unter ihnen kann die Sterblichkeitsrate bis 100 Prozent betragen.<\/p>\n<h2>Leberkokzidiose<\/h2>\n<p>Bei der Leberkokzidiose steht eine ausgedehnte Entz\u00fcndung der Galleng\u00e4nge und eine Leberschwellung im Vordergrund. Damit verbunden ist eine schwere St\u00f6rung des Allgemeinbefindens. Die Tiere magern ab, Durchf\u00e4lle sind aber selten. Bei dieser Erkrankungsform sind \u00e4ltere Tiere st\u00e4rker betroffen als Jungtiere. Nach einem Krankheitsverlauf von mehreren Wochen kann auch die Leberkokzidiose t\u00f6dlich enden. n\u00f6tig<\/p>\n<h2>Vorbeugung und Behandlung<\/h2>\n<p>Durch mikroskopische Kotuntersuchung weist der Tierarzt die Erkrankung nach. Zur Therapie werden Sulfonamidpr\u00e4parate eingesetzt. Der Infektionskreislauf muss durch gr\u00fcndliche K\u00e4fighygiene und Desinfektion unterbrochen werden. In gr\u00f6\u00dferen Best\u00e4nden verhindern Bodenlaufgitter, dass infekti\u00f6ser Kot oder infizierte Einstreu aufgenommen wird. Die in der Heimtierhaltung \u00fcbliche Einstreu muss t\u00e4glich ausgewechselt werden. Eine gr\u00fcndliche K\u00e4figdesinfektion mit kochendem Wasser t\u00f6tet Oocysten zuverl\u00e4ssig ab.<\/p>\n<p>Die in die Umwelt abgegebenen Oocysten sind sehr widerstandsf\u00e4hig, so dass die Einschleppung in einen kokzidienfreien Bestand nicht nur \u00fcber zugekaufte Tiere, sondern auch \u00fcber Frischfutter und mangelhaft gereinigte Futtern\u00e4pfe und K\u00e4fige erfolgt. Gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Sauberkeit ist zur Vorbeugung besonders wichtig. Gr\u00fcnfutter und Heu sollten grunds\u00e4tzlich nicht mit der Einstreu in Ber\u00fchrung kommen und \u00fcber Futterraufen angeboten werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr neu zugekaufte Tiere empfiehlt sich zun\u00e4chst die Unterbringung in einem separaten K\u00e4fig, bis eine Kotuntersuchung die Kokzidienfreiheit best\u00e4tigt oder eine erfolgreiche Behandlung durchgef\u00fchrt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kokzidiose bei Kaninchen Die Kokzidiose geh\u00f6rt zu den bedeutendsten parasit\u00e4ren Erkrankungen des Kaninchens, da sie praktisch in jeder Haltungs- und Nutzungsform vorkommt. Kokzidien sind Einzeller, die in den Zellen der Darmschleimhaut (Darmkokzidiose) oder der Galleng\u00e4nge (Leberkokzidiose) schmarotzen. 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